+49 7031 4 39 38 – 0            
                 info@1cc-consulting.com            
                         en

Willkommen auf dem 1cc Blog

05

Mär 2026

EPR & PPWR: Wie B2B-Unternehmen gesetzliche Pflichten operativ umsetzen

On 05 , Mär 2026 | In | By Alisa Maier

Im vorherigen Beitrag haben wir aufgezeigt, warum Verpackungsverordnung und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) auch für B2B-Unternehmen hochrelevant sind – und mit der PPWR weiter an Bedeutung gewinnen.

Die entscheidende Frage lautet nun:
Wie lassen sich diese Anforderungen effizient, rechtssicher und zukunftsfähig umsetzen?

Denn in der Praxis zeigt sich: Die größte Herausforderung liegt nicht im Gesetzestext, sondern in der operativen Umsetzung.

Was bedeutet EPR konkret für Unternehmen?

Die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) verpflichtet Unternehmen, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Verpackungen zu übernehmen – von der Inverkehrbringung bis zur Verwertung.

Für B2B-Unternehmen umfasst dies insbesondere:

    • Registrierung bei nationalen Stellen
    • laufende Mengen- und Materialmeldungen
    • Nachweise zur ordnungsgemäßen Entsorgung und Verwertung
    • Sicherstellung von Datenvollständigkeit und -qualität
    • Vorbereitung auf Prüfungen und Kontrollen

Diese Pflichten sind dauerhaft zu erfüllen – und werden mit der PPWR weiter harmonisiert und verschärft.

Warum EPR in der Praxis häufig scheitert

Aus Beratungssicht lassen sich typische Ursachen identifizieren:

1. Unklare Verantwortlichkeiten

EPR betrifft mehrere Bereiche gleichzeitig – Einkauf, Logistik, Nachhaltigkeit, Compliance und IT.
Ohne klare Governance bleibt unklar, wer welche Daten liefert, prüft und meldet.

2. Fehlende oder fragmentierte Datenbasis

Viele Unternehmen wissen nicht:

    • welche Verpackungen konkret eingesetzt werden
    • aus welchen Materialien sie bestehen
    • in welchen Mengen sie in Verkehr gebracht werden

Die Folge sind manuelle Excel-Lösungen mit hohem Fehler- und Prüfungsrisiko.

3. Keine Systemintegration

Verpackungsdaten entstehen entlang der Wertschöpfungskette, werden aber selten systematisch erfasst oder mit bestehenden ERP-, Logistik- oder Reporting-Systemen verknüpft.

Erfolgsfaktor 1: Klare Governance & Rollen

Eine funktionierende EPR-Umsetzung beginnt mit klaren Strukturen:

    • eindeutige Definition der Herstellerrolle je Land
    • klare Zuständigkeiten für Datenerhebung, Prüfung und Meldung
    • verbindliche Prozesse statt informeller Abstimmungen

EPR ist kein Einzelprojekt, sondern ein dauerhaftes Compliance-Thema.

Erfolgsfaktor 2: Belastbare Daten & Prozesse

Rechtssicherheit erfordert eine saubere Datenbasis:

    • eindeutige Verpackungsklassifizierung
    • strukturierte Erfassung von Materialien und Mengen
    • klare Meldezyklen
    • nachvollziehbare Dokumentation

Unternehmen sollten prüfen, wo diese Daten entstehen und wie sie konsistent zusammengeführt werden können.

Erfolgsfaktor 3: IT-Unterstützung statt Insellösungen

Mit steigenden Anforderungen der PPWR stoßen manuelle Lösungen schnell an ihre Grenzen.
Zukunftsfähige Ansätze sind:

    • Integration von Verpackungsdaten in bestehende ERP-Systeme
    • zentrale Datenhaltung für nationale und EU-weite Meldungen
    • automatisierte Auswertungen und Reports

So wird EPR vom Risikofaktor zu einem steuerbaren, auditfähigen Prozess.

Blick nach vorn: Vorbereitung auf die PPWR

Mit Inkrafttreten der EU-Verpackungsverordnung ist davon auszugehen, dass:

    • Meldepflichten weiter harmonisiert werden
    • Prüfmechanismen deutlich zunehmen
    • Daten- und Nachweisanforderungen ausgeweitet werden

Unternehmen, die jetzt in Struktur, Prozesse und Systeme investieren, verschaffen sich einen klaren Vorsprung gegenüber rein reaktiven Ansätzen.

Die Erweiterte Herstellerverantwortung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine dauerhafte operative Aufgabe. Unternehmen, die bereits heute robuste Governance-Strukturen, verlässliche Datenbasen und integrierte Systeme aufbauen, sind deutlich besser auf die kommenden Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vorbereitet.

Gleichzeitig hängt eine erfolgreiche Umsetzung davon ab, dass alle relevanten Funktionen ein gemeinsames Verständnis der regulatorischen Anforderungen entwickeln. Compliance, Nachhaltigkeit, Einkauf, Logistik und IT tragen gemeinsam dazu bei, regulatorische Vorgaben in funktionierende operative Prozesse zu übersetzen.

Der Aufbau dieser internen Kompetenzen ist häufig der erste Schritt zu einer nachhaltigen und belastbaren Compliance-Struktur.

Um Unternehmen dabei zu unterstützen, bieten wir standardisierte Trainings zu der EU-Verpackungsverordnung an. Diese Trainings helfen Teams, regulatorische Anforderungen besser zu verstehen und typische Herausforderungen in der praktischen Umsetzung frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus unterstützen wir B2B-Unternehmen dabei, EPR- und PPWR-Anforderungen strukturiert, rechtssicher und effizient umzusetzen – von der Rollenklärung bis zur operativen Integration.

Kontaktieren Sie uns

Abonnieren Sie unseren Blog und Sie verpassen keine News